29.08.06
Die Haltestelle Woodstock 2006 ist vorbei
Europas größtes, nicht-kommerzielles Rockfestival war auch 2006 ein Besuchermagnet. Mehr als 300.000 Menschen kamen in diesem Jahr nach Kostrzyn. Auch aus Märkisch-Oderland nutzten viele dieses Angebot. Für Grit und Stefan aus Lebus war es der erste Festivalbesuch. "Jetzt sind wir 18 und unsere Eltern haben uns herchauffiert. Das coolste, was wir bisher erlebt haben, alle sind so gut drauf, kein Streit und man trifft wirklich viele Leute", freuen sich die zwei. In diesem Jahr haben es keine regionalen Bands unter den 700 Bandbewerbern, davon 200 aus Deutschland, geschafft, von den Veranstaltern die Auftrittschance zu erhalten. Doch im Vorfeld gab es viele Bandausscheide unter dem Motto "Rock ohne Grenzen" vom Jugendzentrum FRIZZ aus Seelow und dem Verein OBOA in Kooperation mit dem Kostrzyner Kulturzentrum. Diese drei stellten dann auch in Kostrzyn an diesem Wochenende die Betreuer für das große Info- und Erlebniszelt, das erstmalig im von jungen Menschen zum Leben erweckten "Dorf der Schönen Künste" stand.
Mehr als 700 junge Leute nutzten drei Tage lang die Mitmach-Angebote. Neben Kunst aus Holz, Malaktionen, Gitarrenkursen mit Polens Gitarren-King Zbyszek Holdys sorgten besonders die Vorführungen deutscher und polnischer Filme und Videoschnippsel gegen Krieg, Gewalt, Globalisierung und Extremismus für ein volles Zelt. Mit bestem Blick auf die 60 Meter breite Hauptbühne konnte das Musikprogramm unter dem Motto "Liebe, Freundschaft, Musik" verfolgt werden. Aber auch drei weitere Musikbühnen für Folk, Techno und alternative Musik sorgten dafür, dass jedermann was erleben konnte.
Das Festival nutzten viele Jugendliche. Auch wenn der ÖPNV hier keine speziellen Angebote unterbreitete, sorgten das FRIZZ und hiesige Fuhrunternehmer, dass die Jugendlichen sicher hin und zurück kamen.
Aus der Region wurde wie in den Vorjahren Europas größtes nichkommerzielles Festival vielfältig unterstützt. Die Seelower Kindervereinigung und das Jugendzentrum FRIZZ sorgten, wie Veranstalter Jurek Owsiak sich freute, "für eine professionelle Promotion , und das alles ehrenamtlich, ohne Geld". Die lokalen Medien im Oderland, aber auch erstmalig mit bundesweitem Interesse, sorgten dafür, dass auch 2006 mehr junge Menschen aus Deutschland, aber auch der Schweiz und Österreich, den Weg nach Kostrzyns Woodstock fanden. Landrat Gernot Schmidt (Märkisch-Oderland) und die Kommunen der Region halfen auch. Der Landrat bewilligte kurzfristig einen Staffellauf, der von Wroclaw kommend über Frankfurt (Oder) und Lebus nach Kostrzyn zur Haltestelle Woodstock über mehr als 500 Kilometer führte. Aus Gründen der Sicherheit der Teilnehmer durften Läufer und Fahrzeug-Konvoi auf dem letzten Teilabschnitt die Deichverteidigungsstraßen benutzen. Nicht unerwähnt soll das Engagement der Rettungskräfte, der jungen Leute der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Frankfurt (Oder) bleiben. Gemeinsam mit mehr als 1000 geschulten Helfern der Peace Patrol sorgten sie für die medizinische Versorgung der Festivalbesucher. Hierfür waren auch extra drei Lazarette aufgebaut worden. Auch die Polizisten aus dem Oderland unterstützten ihre polnischen Kollegen. Die Feuerwehren waren ebenso vor Ort und auch in Bereitschaft. Drei polnische Studentinnen der Frankfurter Europa-Universität Gosia, Justyna und Marta, halfen den Leuten vom Seelower FRIZZ, die Sprachbarrieren zu überwinden , organisierten die Info-Meile mit und suchten nach Informationen für die deutsche Webseite www.haltestelle-woodstock.de . Diese hatte zuletzt bis zu 2000 Besucher am Tag. Allen Helfern dankte Jurek Owsiak namens seiner Stiftung WOSP aus Warschau, die die Haltestelle Woodstock alljährlich als Dank an alle, die Menschen, besonders Kindern, geholfen haben.
Randnotizen:
- 185 Liter Blut wurden gespendet.
- 700 Leute mit Bart warben für das Barttragen und forderten den Festivalchef Jurek Owsiak auf, ihnen zu folgen.
- Die Stadt Kostrzyn hatte 20.000 Parkplätze vorbereitet
- Die erste Hochzeit gab es in der 12jährigen Geschichte der Haltestelle Woodstock. 2 Helfer der Tausendköpfigen Hilfsgruppe Peace Patrol hatten sich vor zwei Jahren kennen und lieben gelernt.
- An die Festivalbesucher hat die Stadt Kostrzyn 16.000 Portionen Suppe kostenlos verteilt.
- 4.000 Besucher nutzten das Internet-Café.
Uwe Hädicke


Blick vom Künstlerdorf zur Hauptbühne


Die Frankfurter Bürgermeisterin Katja Wolle und Malgorzata Ebert vom FRIZZ begrüßen die Staffelläufer aus Knurow (bei Wroclaw). Sie liefen via Lebus-Oderdeich zur Haltestelle Woodstock nach Kostrzyn.


Staffelläufer bei Lebus


Viel zu tun für die deutschen und polnischen Grenzbeamten


Riesen Andrang auf der Info- und Händlermeile


Zum dritten Mal dabei, Jugendliche aus Eisenhüttenstadt


Interview mit dem RBB


"Wood"stock


Auch FRIZZ-Leiter Jens Lawrenz wagt sich als Kettensägen-Künstler


Stefanie (19) aus Güstrow und Dario (17) fanden Spaß am Kunst-Angebot im Zelt vom FRIZZ & OBOA


Das Dorf der Künste war ein Renner für viele Hundert Jugendliche


Junge Künstler vor dem FRIZZ-Zelt


Polens bekanntester Gitarrenmusiker gibt dem Nachwuchs unterricht, zum Finale gabs ein Auftritt aller Beteiligten auf der Hauptbühne


Auch ATTAC folgte der FRIZZ-Einladung zur Info-Meile


Prost auf ein gelungenes Festival. Wolfgang Heinze aus Seelow und Kostrzyns Bürgermeister Dr. Andrzej Kunt.

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